Diskussion um Betreiberkonzept für künftige Stollberger Betriebs-Kita
Einrichtung bleibt vorrangig Kindern von Beschäftigten des Gewerbegebietes vorbehalten – Stadtverwaltung erwartet Impulse auch für andere EinrichtungenStollberg.
Die künftige Betriebskindertagesstätte für Unternehmen im Gewerbegebiet “Stollberger Tor” steht vorrangig Kindern der dort Beschäftigten zur Verfügung. Das hat die Stadtverwaltung noch einmal klargestellt. Nur wenn der Bedarf an Betreuungsplätzen geringer sein sollte als die Kapazität der sogenannten Kooperationskita, komme eine Aufnahme von Kindern sonstiger Interessierter in Betracht.
Damit reagierte die Verwaltung auf eine entsprechende Anfrage von FDP-Stadtrat Gordon Neef aus Raum. Er hatte bei der Vorstellung des Konzepts der Einrichtung in der jüngsten Stadtratssitzung davor gewarnt, einen “Privilegierten-Kindergarten” zu etablieren. Hintergrund sind die Ankündigungen des Trägers, der Gesellschaft zur ganzheitlichen Bildung Glauchau (GGB), mit der Kita nicht nur flexible Öffnungszeiten zu bieten, sondern – ohne zusätzliche Kosten – auch besondere Bildungsmaßstäbe zu setzen. Durch die sehr frühe und ganztägige Einbindung der englischen Sprache, eine systematische Bildungs- und Erziehungsarbeit sowie eine Vielzahl speziell entwickelter Experimente sollen die Selbstständigkeit der Kinder und die Herausbildung von Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen sehr zeitig und spielerisch gefördert werden.
Oberbürgermeister Marcel Schmidt äußerte, er hoffe, dass das Konzept der GGB auch auf andere Träger von Kinderbetreuungseinrichtungen ausstrahle. Es liege in der Hand der Eltern, dort vergleichbare Angebote einzufordern. Rüdiger School, Geschäftsführer der GGB-Muttergesellschaft Integrationswerk Westsachsen, geht aufgrund von Erfahrungen in anderen Städten und Gemeinden davon aus, dass genau dies eintreten wird. “Andere Einrichtungen werden sich herausgefordert fühlen und nachziehen”, sagte er.
Die Kooperationskita wird in den kommenden Monaten in der Kindertagesstätte an der Dürerstraße eingerichtet. Die zuvor leer stehenden Räume dort sind nach abgeschlossener Renovierung mittlerweile bezugsfertig. Die 18 Kindergarten- und 15 Krippenplätze sind in den Bedarfsplan der Stadt aufgenommen und werden wie alle anderen Kita-Betreuungsplätze durch das Land bezuschusst. Derzeit wird geprüft, inwieweit sich auch Unternehmen finanziell beteiligen können.
Freie Presse, 22.07.2010




