Hoffnung für die Sorgenkreuzung – Knoten in Frauenstein könnte bis 2013 entschärft sein

23. August 2010
von Kreisverband

 

Tino Günther MdL

Frauenstein. So viele Unfälle wie in den Jahren zuvor nicht hat es 2009 an der Kreuzung am Ortsausgang von Frauenstein in Richtung Dippoldiswalde und Nassau gegeben. Sieben Mal musste die Polizei anrücken, um Verletzte und erheblichen Sachschaden zu registrieren. Unzählige Male rutschten im Winter Autos in den Graben, ohne dass die Ordnungshüter gerufen wurden.
Nun ist für den seit Jahren kritisierten gefährlichen Knotenpunkt der Bundesstraße 171 und der Staatsstraße 184 womöglich eine Lösung in Sicht. Das ist das Ergebnis eines gestrigen Vor-Ort-Termins, zu dem der Seiffener  FDP-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Petitionsausschusses, Tino Günther, den Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Roland Werner ( FDP), eingeladen hatte. “Es ist wertvoll, bestimmte Dinge vor Ort zu sehen”, meinte der.
Bis frühestens 2013 müssen die Kraftfahrer allerdings laut Karsten Mühlmann, Leiter des Straßenbauamtes Chemnitz, noch Geduld haben. Wie er informierte, habe sein Amt für diesen Schwerpunkt eine Variantenuntersuchung durchgeführt, in die auch die beiden benachbarten Knotenpunkte auf der
S 184 einbezogen wurden. Als sinnvollste Lösung habe sich dabei herauskristallisiert, die drei Knotenpunkte in zwei Kreisverkehre umzuwandeln, wobei die beiden eng beieinander liegenden oberen Knoten zu einem vierarmigen “Kreisel” zusammengeführt werden sollen. Der Kreisverkehr unmittelbar am Stadtausgang soll dabei, bedingt durch die momentane Hanglage der Problem-Kreuzung, nach oben auf das Wiesenplateau rücken.
Mühlmann sieht bei diesem Verfahren zwei Hauptprobleme: den Eingriff in Privatflächen und die Bäume an der Straße nach Reichenau, die für dieses Unternehmen gefällt werden müssten und die noch weit gehend gesund sind. “Hier gilt, weil außerhalb der Ortslage, Bundesnaturschutzrecht.” Daraus resultierend, müsse ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. “Dadurch sehe ich den Baubeginn frühestens 2013 als realistisch an”, sagte der Straßenbauamtschef. Zudem müssten, da sich eine Bundes- und eine Staatsstraße kreuzen, beide Baulastträger “das Wunder fertig bringen, die Mittel gleichzeitig zur Verfügung zu haben”. “Das sollten wir schaffen”, war Werner optimistisch und plädierte dafür, die Eingriffe in die Natur so gering wie möglich entsprechend den Normen zu gestalten.
“Das wäre ein Superding, wenn wir das bis 2013 hinkriegen würden”, war sich Frauensteins Bürgermeister Reiner Hentschel (parteilos) mit seinem Reichenauer Amtskollegen Reinhard Pitsch einig. Dadurch würde nicht nur ein Unfallschwerpunkt entschärft, sondern sich die Stadt Frauenstein auch nach Osten hin sicher öffnen wie speziell hin zum angestrebten Gemeinde-Ehepartner Reichenau-Hartmannsdorf. Für Hentschel, und da war man bereits bei praktischen Dingen, kommt es nun darauf an, das in der Macht der Kommune liegende zu tun, damit von ihrer Seite dem Bau nichts im Wege steht. Laut Mühlmann sollte er in acht Monaten – vom Ende bis zum Anfang des Winters – zu schaffen sein.

 

Freie Presse, 21.08.2010

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