Seiffener Bürgermeister regt Zusammenschluss der Kommune mit Deutschneudorf und Heidersdorf an – Amtskollegen zurückhaltend

23. August 2010
von Kreisverband

Seiffen. Einen Zusammenschluss von Seiffen, Deutschneudorf und Heidersdorf regen die FDP-Ortsverbände Deutschneudorf und Seiffen an. “Wir haben zur weiteren Entwicklung der kommunalen Zusammenarbeit beraten”, so Ulrike Harzer, Ortsverbandsvorsitzende in Deutschneudorf.
Die drei Kommunen bilden bereits seit fast zehn Jahren eine Verwaltungsgemeinschaft. “Bei einer Fusion könnte die Verwaltung effektiver werden”, meint Heinz Seidler, Bürgermeister von Seiffen und FDP- Ortsverbandsvorsitzender. Er denke etwa an die Einführung der Doppik – die doppelte Buchführung. “Zu jeder Schulung fährt aus jeder Kommune jemand. Es fallen dreimal Gebühren an.” Zudem benötige es heute Spezialisten mit Fachwissen für verschiedene Verwaltungsgebiete. Mit den je zwei Mitarbeitern in Heidersdorf und Deutschneudorf sei das kaum zu leisten. Auch der Tourismus könne in einer Einheitsgemeinde Früchte tragen. “Vereine und Kirchgemeinden wirken schon eng zusammen. Heidersdorfer und Deutschneudorfer Kinder gehen in die Grundschule Seiffen”, ergänzt Ulrike Harzer.
“Das ist eine Empfehlung der Ortsverbände, aber festgezurrt ist noch gar nichts”, äußerte sich gestern Heinz-Peter Haustein, FDP-Bundestagsabgeordneter und ehrenamtlicher Bürgermeister von Deutschneudorf. Abgewartet werden sollte seiner Meinung nach eine Vorlage, die Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) voraussichtlich im Oktober dem Kabinett vorstellen wird. “Diese Richtlinie ist eine Hilfe zur freiwilligen Fusion”, erläutert der Seiffener Tino Günther, FDP-Landtagsabgeordneter. Ein Entwurf sieht vor, dass Gemeinden, die noch 2011 und 2012 Hochzeit feiern und seit 2000 nicht fusionierten, 100 Euro pro Einwohner erhalten. Ob es bei der Prämie und auch der Mindesteinwohnerzahl für Fusionen bleibt, steht laut Günther aber nicht fest. Die drei Gemeinden würden zusammen rund 4500 Bürger zählen.
“Warum warten? Wir müssen sparen. Mein Wunsch wäre, das Hochzeitsgeld mitzunehmen – und die Fusion bis Ende 2012″, stellt sich Heinz Seidler ein zügiges Vorankommen vor. So strebe er noch im September ein Gespräch der drei Ortschefs mit Landrat Frank Vogel (CDU) an. Auch die Gemeinderäte sollen diskutieren und die Bürger informiert werden. Amtskollege Heinz-Peter Haustein verweist darauf, dass bei einer Gemeinde-Ehe überall gleiche Voraussetzungen gegeben sein müssen: “Seiffen muss aus der Schuldenfalle raus”, so Haustein. “Wir haben ein knallhartes Haushaltskonsolidierungskonzept. Ich warte sehnsüchtig darauf, dass es von den sächsischen Finanz- und Wirtschaftsministerien bestätigt wird”, erwidert Seidler.
Den Ball flach hält Heidersdorfs Bürgermeister Dieter Lippmann (parteilos). Er sei nicht generell abgeneigt. Jedoch: “Es ist schon jetzt ein Für- und Miteinander. Und wir sind 20 Jahre gut gefahren.”

Freie Presse

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