Zustimmung nicht zum Nulltarif – Kreis- FDP positioniert sich zu Welterbenominierung

23. August 2010
von Kreisverband

Tino Günther MdL

Die Liberalen im Erzgebirgskreis wollen sich nicht gegen die Welterbenominierung des Erzgebirges stellen, knüpfen die Zustimmung jedoch an Kriterien. “Diese müssen unbedingt im Vorfeld abgeklärt sein”, stellte  FDP-Kreisvorsitzender Tino Günther nach dem Kreisparteitag am Freitagabend in Annaberg-Buchholz klar.
Die Entscheidung haben sich die Liberalen nicht leicht gemacht und erst nach einer mehrstündigen Diskussion gefällt. Dazu hatten sie sich kompetente Referenten eingeladen – für die Befürworter des Vorhabens Helmuth Albrecht von der TU Bergakademie Freiberg und für die Skeptiker Joachim Stübner, Vizepräsident der Ingenieurkammer Sachsen. Zudem beteiligten sich an der Diskussion auch zahlreiche Bürger. “Keine Spur von Schwarz-Weiß-Malerei, sondern ein erhellender Gedankenaustausch”, so Günther.
An erste Stelle der vorab zu klärenden Punkte setzen die Liberalen die Kostenfrage. “Die Finanzierung muss gesichert und in den Etats der teilnehmenden Kommunen projektgebunden eingestellt sein”, betonte Günther. Das betreffe sowohl die laufenden als auch die Marketingkosten. Zudem fordern die Liberalen, dass bereits geplante oder künftige Infrastrukturmaßnahmen nicht automatisch zur Aberkennung des Titels durch Weltkulturerbe-Kommission führen. Auch müsse es möglich sein, dass einzelne Teilobjekte ohne Probleme wieder ausscheren können. “Es ist ja durchaus möglich, dass in ein, zwei Jahrzehnten die zum Pferdegöpel Lauta gehörenden Abraumhalden für die Wirtschaft wieder interessant werden”, so Günther. Ein weiterer Punkt des Forderungskatalogs betrifft den Tourismus. “Um wirtschaftliche Effekte zu erreichen, muss vor allem mit den Praktikern zusammengearbeitet werden”, sagte Günther. Er weiß, dass nicht alle Forderungen auf Gegenliebe stoßen. “Doch wir wollen nicht nur alles erklärt, sondern vor allem festgeschrieben haben”, verweist der Liberale auf den Zoff rund um die Waldschlösschenbrücke in Dresden.
Die Montanregion Erzgebirge steht auf der offiziellen deutschen Warteliste für eine Welterbenominierung. Bis Frühjahr 2012 sollen mehr als 30 deutsche und 8 bis 10 tschechische Objekte festgelegt und dokumentiert sein. Weit fortgeschritten sind die Bemühungen unter anderem bereits in Altenberg, Annaberg-Buchholz, Oelsnitz, Brand-Erbisdorf, Freiberg, Marienberg, Olbernhau und Schneeberg.

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